Da war sie. Abends habe ich sie gesehen. Auf der Straße. Einfach so. In einigem Abstand strich sie herum. Es war eine rot-getigerte Katze.
Auf halbem Weg – schon fast war sie an mir vorbei – blickt sie mich aufmerksam an. Ich sehe ihre gespitzten Ohren, den aufgestellten Schwanz. Das leicht struppige gewellte Fell, die rosa Nase mit den kleinen Sommersprossen sieht niedlich, aber auch aufmüpfig aus. Ihre Augen fordern mich auf. Zu was? Die Pupillen sind länglich schmal und leuchten im Lichtschein. Ihr Körper ist gespannt, ihr Kopf mir zugewandt. Sie wirkt selbstbewusst nicht scheu, aber ich weiß, dass ich ganz still bleiben muss, wenn ich sie lesen möchte. Und ich weiß, dass dies keine gewöhnliche Katze ist. / Das kann keine gewöhnliche Katze sein.
„Aber ich mag nicht unter verrückte Leuten gehen“, bemerkte Alice. „Oh, dagegen kann man nichts machen“, sagte die Katze; „wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt. Du bist verrückt.“ „Woher weißt du denn, dass ich verrückt bin?“, fragte Alice. „Du musst es sein“, sagte die Katze, „sonst wärst du nicht hierhergekommen.“
Lewis Carrolls in deutscher Übersetzung
Nein Moment. Meine Getigerte spricht nicht. Womöglich hätte sie aber genau das gesagt. Verrückt oder nicht, wer entscheidet? Und ich entschied.
Die Katze richtet den Kopf nach vorn und spaziert davon. Ich wende mich um und beschließe eine neue Idee in die Tat umzusetzen.